Befreien wir Kreislaufunternehmen von der Mehrwertsteuer auf Gebrauchtwaren
Jesper Svarer Nissen, ehemaliger Berater von Morten Messerschmidt und Gründer von Grade A Copenhagen.
Die Dänen wollen den grünen Wandel – wenn er sich lohnt. Deshalb ist politisches Handeln gefragt. Ein guter Anfang wäre eine Regelung zur Gebrauchtwaren-Mehrwertsteuer: Befreien wir Kreislaufunternehmen, die Gebrauchtwaren verkaufen, von der Mehrwertsteuer.
Die Produktion von Kleidung verursacht rund 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Das ist mehr als Flug- und Schifffahrt zusammen (Information, 2019). Und der Konsum von Kleidung und Schuhen steigt – tatsächlich wird erwartet, dass er bis 2030 weltweit um über 60 Prozent zunehmen wird.
Wir müssen daher unsere Konsumgewohnheiten ändern, weniger neue Kleidung kaufen, dafür hochwertigere, langlebigere Kleidung und nicht zuletzt mehr Secondhand-Kleidung. Und das ist trotz der Klimakrise noch nicht alles. 64 Prozent der Dänen denken beim Kleiderkauf nicht einmal an Secondhand-Kleidung.
Eine Analyse von Dansk Erhverv vom März dieses Jahres zeigte, dass vor allem die Erwartung eines guten Preises Verbraucher zum Kauf von Secondhand-Artikeln verleitet. Wenn mehr Verbraucher bei der nächsten Garderobenauffrischung auf Nachhaltigkeit achten sollen, sind finanzielle Anreize daher ein guter Ansatzpunkt. Glücklicherweise gibt es eine leicht zu erreichende Möglichkeit, die Mehrwertsteuerregelung für Secondhand-Artikel zu ernten – oder besser gesagt, abzuschaffen.
Geschäfte, die Secondhand-Kleidung verkaufen, kaufen heute fast nie mehrwertsteuerpflichtige Waren ein, was es schwierig macht, unter normalen Bedingungen mit Einkaufs- und Verkaufsumsatzsteuer zu handeln. Diese Unternehmen haben daher die Möglichkeit, die sogenannte Secondhand-Mehrwertsteuerregelung zu nutzen, bei der die Mehrwertsteuer stattdessen auf den Gewinn entrichtet wird. Aber warum befreit man zirkuläre Geschäftsmodelle nicht einfach von dieser Steuer? Erstens wurde auf das Produkt bereits einmal Mehrwertsteuer entrichtet, und zweitens stellt die Secondhand-Mehrwertsteuer für den Fiskus vermutlich nur geringe Einnahmen dar.
Lassen Sie uns Steuern und Gebühren für Unternehmen senken, die zirkuläre Geschäftsmodelle nutzen, um den Konsum in eine grünere Richtung zu lenken.